Rätsel:

Welches Lösungswort ist in diesem Brief versteckt?


"Beim nochmaligen Lesen kommt mir der Gedanke, es könnte so scheinen als fiele auch nur ein Schatten eines Vorwurfs auf das, was Mutter mir gesagt hat über Deinen gelegentlichen Kummer. Ich bin nur dankbar dafür, aber eines allerdings ist wahr, ich hätte es lieber von Dir selbst gehört einfach um Dir selbst gleich darauf antworten zu können und weil man über so etwas selbst mit einer so unendlich guten Mutter doch kaum sprechen kann; denn auch die Worte der Liebe gehören eben nur Dir, meine liebste, liebste Maria'

Und noch ein ganz offenes Wort: Du weißt, wie sehr ich die Großmutter verehre und an ihr hänge und ich glaube sie gut zu kennen; wir beide wissen, wie sehr ihr unsere Zukunft am Herzen liegt. Aber nach all den Nöten des vorvorigen Winters halte ich es nicht für gut, weder für uns, noch für Mutter, noch für Großmutter selbst, wenn Großmutter mit Problemen belastet wird, die gar keine sind, und vieles wird dadurch unnötig kompliziert, wie schon damals. Ich habe so stark das Gefühl, daß wir allein miteinander fertig werden und daß das auch das Richtige ist. Meinst Du nicht auch, daß das für uns beide und für später das Beste ist? Du hast es selbst schon ein paar Mal so gesagt und ich glaube, unser Empfinden ist darin eigentlich sehr ähnlich. Verstehst Du, daß ich das alles nur sage, weil ich Dich liebhabe und nicht um irgendeinen Menschen, der es nur gut mit uns meint, zu kränken. Ja, das verstehst Du ganz gewiß! Noch einmal, leb' wohl! Schreibe gleich ohne viel Überlegen, einfach was Dir das Herz eingibt und mache damit glücklich."

Lösungswort: Bonhoeffer


Quelle Text: Dietrich Bonhoeffer, Briefe an Maria von Wedemeyer,
Quelle Bild: Bilder aus seinem Leben; Chr. Kaiser-Verlag München, 1987