EuroVision
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Die Bundesrepublik wird die Kriterien für einen Beitritt zur europäischen Währungsunion in diesem Jahr erfüllen. Zu dieser Einschätzung kommen die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihremHerbstgutachten. Nach der am Dienstag in Bonn vorgestellten Studie wird Deutschland den maßgeblichen Referenzwert bei der Neuverschuldung von höchstens drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes "punktgenau" treffen. |
Der gegenwärtige Kurs der Finanzpolitik führe dazu, daß die Defizitquote im kommenden Jahr und auch 1999 weiter sinke. Laut Gutachten wird die Schuldenquote die vorgegebene Marke von 60 Prozent in diesem Jahr knapp überschreiten. Bei der Gesamtwürdigung falle dies jedoch kaum ins Gewicht. Punktlandung bei der Defizitquote sei auch darauf zurückzuführen, daß das Statitische Bundesamt den Vorjahreswert und damit die Ausgangsbasis für die diesjährige Prognose um 0,3 Prozentpunkte nach unten verändert habe |
| Kohl: „Wer vertagt, versagt!" |
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| Bundeskanzler Kohl und Frankreichs Präsident Chirac haben ihren Willen zur planmäßigen Einführung des EURO bekräftigt. Bei der Einweihung für die Produktion des Kleinwagens Smart sagte Kohl heute im lothringischen Hambach, wer vertage, versage vor der Geschichte. | Der EURO schaffe das Klima fürArbeitsplätze und Investitionen. Chirac bekräftigte seine Hoffnung auf eine stabile und solide europäische Gemeinschaftswährung. Der EURO sei unersetzlich für Wachstum und Beschäftigung, sagte er. |
| Großbritannien wird den EURO nicht vor dem Jahr 2002 einführen. Das teilte Schatzkanzler Gordon Brown im Parlament mit. Damit hat sich die britische Labour Regierung dafür entschieden, der europäischen Einheitswährung nicht vor den nächsten Parlamentswahlen im Jahre 2002 beizutreten und beim Start der Währungsunion am 1. Januar 1999 nicht dabeizusein.In einer Erklärung im Unterhaus sagte Brown, Großbritannien sei aber "im Prinzip" bereit, sich einer "erfolgreichen Währungsunion" anzuschließen. Der Minister begründete die Position der Regierung | die Position der Regierung von Premierminister Tony Blair im wesentlichen mit der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in Großbritannien und den übrigen EU- Mitgliedern. Nicht nur die Zinspolitik, sondern die gesamte Volkswirtschaft müsse angeglichen werden. Diese Konvergenz könne aber erst nach einer Phase der wirtschaftlichen Stabilität in Großbritannien erreicht werden und werde einige Jahre in Anspruch nehmen. "Es wäre nicht realistisch, noch in dieser Legislaturperiode eine Entscheidung über einen Beitritt zur Einheitswährung zu treffen", sagte Brown. |