Wirtschaft 
Fragen an ein hiesiges Industrie-Unternehmen  
 
Euro Vision:  Unternehmen:
„Wie bewerten Sie eine künftige einheitliche europäische Währung?" Die künftige einheitliche europäische Währung bewerten wir als positiv, da man als ein Export- Import Unternehmen viel Einsparpotential durch fixe Kurse erhält."
„Wie beurteilen Sie die Chance, daß die geplante EWU pünktlich zum 01.10.1999 startet?" „Ich bin fast hundertprozentig sicher, daß die EWU pünktlich startet. Außerdem bin ich überzeugt, daß es einen großen Teilnehmerkreis geben wird."
„Bereiten Sie sich bereits mit ihrem Unternehmen auf die geplante EWU vor?" „Ich bin Projektleiter zum Thema EURO und bin seit einem halben Jahr in diesem Bereich tätig. Personalschulungen werden erst ab dem Jahr 2001 erfolgen. Das Rechnungswesen und die Rechtsabteilung werden bereits ab dem 01.01.1999 umgestellt."
„In welchen Bereichen Ihres Unternehmens erwarten Sie Veränderungen durch die Einführung des EURO?" „Quer durch alle Bereiche wird es Veränderungen geben. Insbesondere sind das Rechnungswesen und die EDV von der Umstellung betroffen."
Wie würden Sie den Stand der Vorbereitungen Ihres Unternehmens im Hinblick auf die EWU beurteilen?" „Es wurden schon weitgehende Konzepte erstellt. Wir sind optimistisch und sehen keine größeren Probleme auf uns zukommen."
„Bitte nennen Sie uns drei Bereiche, für die Sie die größten Umstellungsschwierigkeiten erwarten! Inwieweit fallen zusätzliche Kosten an?" „Die Hausbanken haben ein Einführungsseminar auf globaler Ebene organisiert. Jedoch können die Banken nicht individuell auf jedes Unternehmen eingehen; die betriebswirtschaftliche Seite kann nicht berücksichtigt werden."
„Bitte nennen Sie uns drei Bereiche, für die Sie die größten Umstellungsschwierigkeiten erwarten! Inwieweit fallen zusätzliche Kosten an?" „Die EDV ist der Bereich, für den wir die größten Umstellungsschwierigkeiten sehen. Da es sich überwiegend um Individual- Software handelt, fallen zusätzliche Kosten für neue Programmierer an."
Ist mit einem verstärkten Vordringen ausländischer Konkurrenzprodukte in Ihrem Marktsegment bzw. Ihrem Absatzgebiet zu rechnen?" „Wir sehen keine verstärkte Konkurrenz auf und zukommen. Mit neuen Absatzgebieten kann gerechnet werden."
: „Werden die bisherigen Kunden in verstäktem Maße direkt im Ausland einkaufen?" „Es wird sich nichts ändern, da wir jetzt schon international tätig sind."
„Sind Sie der Meinung, daß Sie Ihre Produktpalette umstellen/erweitern müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben?" „Nein, sie muß nicht umgestellt werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir erwarten keinen größeren Druck auf dem europäischen Markt." 
 
      Die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft ab 1999

Die Einführung des EURO stellt für alle Unternehmen einen hohen Zeit- sowie Geldaufwand dar., auf der anderen Seite hingegen birgt er viele Vorteile. Diese ergeben sich aus dem Wegfall der währungsbedingten Handelsschranken, wie z. B. das Wechselkursrisiko, der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr und der Kurssicherungsgeschäfte.Die Kriterien sind ausschlaggebend für die allgemein kommende Markt- bzw. Preistransparenz. Durch eine gemeinsame Währung lassen sich auch grenzüberschreitende Werbeaktionen erleichtern, die Produkte im Ausland attraktiver machen sollen. Durch die Schaffung eines einheitlichen europaweiten Marktes verschärft sich der Konkurrenzkampf der einzel-nen Unternehmen. Für bereits international tätige Unternehmen stellt der wachsende Konkurrenzdruck kein so großes Problem dar. Durch den offenen Markt ist die Möglichkeit vermehrt im Ausland zu kaufen, jedem Kunden gegeben. Für die Privathaushalte wird dieser Aufwand nur dann lohnen, wenn sie in einem Grenzgebiet ansässig sind. Weitere erforderliche Maßnahmen sind die Überarbeitung der bestehenden Produktpalette, sowie ihrer Preise. Hierbei stellt der ungerade Umrechnungsfaktor, welcher momentan bei 1,9538 liegt, ein grundlegendes Problem dar. Beispiel: 5 DM sind umgerechnet 2,56 Euro. Um anschließend auf einen geraden Betrag bzw. Preis zu kommen, müssen Aufrundungen oder Abrundungen vollzogen werden, was wiederum schwerwiegende Einbußen mit sich bringen würde. Hierbei fehlen demnach für die Preisregelungen noch gewisse Rechtsvorschriften. Wie viele Kosten anfallen werden, kann man derzeit noch nicht absehen, wobei sie bei dem einzelnen Unternehmen sehr individuell anfallen werden. Auf jeden Fall entstehen Kosten durch die notwendige Umstellung der EDV-Anlagen, wie z. B. Geldautomaten, Scanner -Kassen und Kassenwaagen usw. Abschließend läßt sich sagen, daß die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nur dann gewährleistet werden kann, wenn schon jetzt Strategien entwickelt werden, die einen positiven Start mit dem EURO gewährleisten.
 
 
Auswirkung des EURO auf die mittelständischen Betriebe 

Beim Besuch mittelständischer Unternehmen haben wir nach den Auswirkungen des EUROS für das Unternehmen und nach der persönlichen Meinung der Besitzer gefragt.Die Einführung des EUROS wird für diese Unternehmen keine gravierenden Auswirkungen haben, da deren Kundenkreis zum Großteil aus dem Inland stammt. Es findet somit nur geringer Zahlungsverkehr mit dem Ausland statt.Durch die neue Währung müssen EDV und ähnliche elektrische Geräte umgerüstet werden, wodurch zum Teil immense Kosten entstehen. Dazu kommt, daß die Besitzer Verluste durch die Preisgestaltung befürchten. Alle befragten Unternehmen sehen die Vorteile des EUROS lediglich für Großunternehmen und exportorientierte Firmen. Die persönliche Meinung der Besitzer zur Einführung des EUROS ist äußerst negativ, da die Umstellung nur Geld kostet und nach deren Meinung keine Vorteile bringt, im Gegenteil, denn durch den EURO wächst die Konkurrenz aus dem Ausland nur noch stärker. 

 

 

Erstellt von : 

Steve Göhrmann 

Ariane Kabbedijk 

Mareike Sommer 

Kommentar  
Europa-aber nur mit Mittelstand  

Währungsunion hin oder her, auf den ersten Blick sieht sie sinnvoll aus, denn der EURO kann die Wirtschaft von Kosten entlasten, den Handel zwischen den Staaten fördern, die Kapitalmärkte beleben, den Unternehmen zu günstigen Krediten verhelfen und sie somit zu Investitionen anregen.Die Einführung des EURO kann Arbeitsplätze sichern und neue schaffen.Doch es wäre vermessen, jetzt in Euphorie zu verfallen und vom großen Aufschwung zu träumen. Sicherlich werden zahlreiche Unternehmen vom EURO profitieren, aber nur große und exportorientierte Firmen und nicht die einfachen mittelständischen Unternehmen.Diese mittelständischen Unternehmen stellen ein enormes Potential von Arbeitsplätzen dar, doch viele werden durch die einheitliche Währung keine Vorteile erlangen, da sie kein Exportgeschäft betreiben oder nur geringe Kundschaft im eu-ropäischen Ausland haben.Durch die Umstellung der EDV und ähnliches entstehen für sie weitere Kosten.Laut einer Umfrage bei mittelständischen Unternehmen fürchten viele Unternehmer sogar Verluste durch die Preisgestaltung.Dies und die steigende Konkurrenz durch ausländische Unternehmen, die auf den deutschen Markt drängen, führen zu zusätzlichen Belastungen dieser Firmen. Deswegen darf man nicht nur dafür sorgen, daß der EURO stabil bleibt und mög-lichst viele Länder an der Währungsunion teilnehmen, sondern daß die mittelständischen Unternehmen die Umstellung auch wirtschaftlich verkraften können.Denn nur so können wir auch in Zukunft arbeiten und die einheitliche Währung genießen. 


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